Heute ist ausschlafen angesagt, da die bevorstehende Strecke verhältnismäßig kurz zu sein scheint. Wie die Wettervorhersage es bereits „vorhergesagt“ hat, regnet es Bindfäden und wir drücken uns noch einmal in die weichen Kissen und vor dem „los wandern“. Kristin leidet unter starker Migräne, aber gegen 10:00 Uhr raffen wir uns auf und wollen starten, auch gilt es noch das Frühstücksbuffet zu erwischen.

Eines von vielen Indizien dafür, dass das Imbery in der vierten Generation „familiengeführt“ wird, ist die wunderbare selbstgemachte Marmelade von Frau Hättich auf dem Frühstücksbuffet. Frau Hättich verabschiedet uns herzlich und gibt uns noch ein paar „Painkillers“ mit auf den Weg. Außerdem bekommen wir noch eine tolle Wanderkarte der Umgebung geschenkt.
Vom Regen und dem echten Wanderfeeling
Mit 2 Regenjacken, hochgekrempelten Hosen und Ramona sogar, mit Schirm – laufen wir am Skimuseum vorbei zum Hotel Sonnenberg, wo wir uns erst einmal unterstellen. Es regnet heftig. Erschrocken sehen wir hinab auf eine Brandruine (Kettererhof). Der Regen lässt nicht nach und wir laufen einfach los, den Emil-Thoma-Weg entlang. Der Weg ähnelt mehr einem reißenden Fluss, da ständig die zahlreichen Rinnsale unsere nicht wasserdichten Schuhe umspülen. Unzähligen Fröschen und Kröten retten wir dadurch das Leben, indem wir sie nicht niedertrampeln.
Wir laufen in den schönen Wald, es riecht nach Tanne, wir atmen saubere Luft – links befindet sich ein Fischweiher, wo Ramonas Freund wahnsinnig gerne seine Angel auswerfen würde, wäre er dabei.
Über Waldwege gespickt mit Wurzeln und Gestein geht es stetig bergauf. Das ist endlich mal richtiges „Wanderfeeling“. Rechts vom Weg bestaunen wir riesige, bewachsene Gesteinsbrocken (wohl aus der Gletscherschmelze).
Mystischer Schwarzwald
Wir benutzen weder Uhr, noch Wanderkarten, noch Fotoapparat, da es einfach zu stark regnet. Wir überqueren eine kleine Holzbrücke unter der sich ein schwellender Bach faszinierend seinen Weg ins Tal bahnt. Danach erreichen wir den „Häuslebauernhof“ und dort eine riesige freie Fläche zur Aussicht. Trotz des heftigen Regens können wir in der Ferne tausende Baumspitzen verschwommen erkennen. Durch die tief hängenden Wolken wirkt der Anblick äußerst mystisch.

Weiter geht’s in Richtung Feldsee, denn diese Route ist kürzer und laut Frau Hättich auch wesentlich schöner. Kristin hat immer noch Migräne uns so sind uns beide Gründe für die Strecke recht. Plötzlich taucht rechts ein steiler Weg den Berg hinauf. Ein Schild weist den „Raimartihof“ aus, eine weitere Empfehlung von Frau Hättich. Oben angekommen eröffnet sich ein traumhafter Blick ins Tal auf den Hof. Im Hintergrund erhebt sich ein Berg, von Tannen übersät. Unwillkürlich denken wir an die Gebrüder Grimm und ihren Märchen, bei dieser Märchenkulisse.
Einkehr im Raimartihof
Wir lassen uns vom Regen zum „Raimartihof“ runterspülen und kehren dort ein. Die Hausherrin kümmert sich sehr liebevoll um ihre zwei nassen Gäste und auch das Vesper war wie versprochen, sehr lecker. Als wir wieder etwas trockener sind wollen wir uns auf den Weg machen und stellen fest, dass eine diebische Wandergruppe rüstiger Grauhaariger Ramonas Regenschirm „ausgeliehen“ hat und wir nun ganz ohne Schirm dastehen. Wir wandern weiter.
Verregnetes Highlight: Der Feldsee
Das letzte Stück führt uns um den Feldsee, der idyllisch mitten im Wald liegt. Wir ärgern uns, trotz des schlechten Wetter, über unser fehlendes Badezeug, stellen dann aber fest, dass man dort gar nicht Baden darf. Noch 1,5 Kilometer steil bergauf, immer im Zick-Zack, einen Trekkingpfad entlang. Wir nehmen die Abkürzung der Eingeborenen, gerade und noch steiler bergauf – wir sind ja hart im nehmen. Eine letzte steile Anhöhe und wir sehen die Liftanlage des Feldbergs über dem großen Parkplatz.
Ankunft im Feldbergerg Hof
Vollkommen verfroren und durchnässt, dafür voller Vorfreude auf die Saunalandschaft des Hotels erreichen wir, nach einem harten und wunderbaren Wandertag unser Sporthotel, den Feldberger Hof. Wir bringen unsere Sachen auf die Zimmer, in denen schon unser Gepäck auf uns wartet, ziehen uns schnell um und: Ab zum Relaxen. Wir kommen in einer wunderschönen 4 Sterne-Saunalandschaft an und stolpern über etwa 30 grölende und schreiende Kinder. Das Sporthotel ist auch ein bundesweit prämiertes Kinderhotel. Aber wir lassen uns von dem Getöse die Laune nicht verderben – wozu gibt es Kopfhörer?
Relativ „gechillt“ begeben wir uns gegen 18:00 Uhr in das Hotelrestaurant, wo uns ein reichhaltiges und köstliches Buffet für die Anstrengungen des Tages entschädigt und wo uns erneut, unsere kindlichen Bekanntschaften aus der Sauna unterhalten. Wir essen sehr viel und entschließen uns anschließend zu einem kleinen Verdauungsspaziergang um das Hotel, auch weil wir die Stille der Nacht genießen. Zurück im Hotel haben die Kinder anscheinend beschlossen uns eine gute Nacht zu wünschen, denn geschlossen springen und singen sie in der Lobby um einen Pelzbären herum. Wir bahnen uns einen Weg auf unser Zimmer und brechen erschöpft, ob soviel Jugend und einem erlebnisreichen Wandertag, auf unseren Betten zusammen.