Voller Elan machen wir uns auf die nächste Etappe, mit dem vagen Fernziel: Blößling. Dort soll man eine wunderbare Aussicht über das zweite Bernauertal haben. Die Wanderwege sind etwas unspektakulär und wir laufen auf einem Schotterweg durch den Wald.

Anstieg zum „Blößling“
Auf dem Silberberg genießen wir die ersten Fernblicke. Unter uns hören wir Motorsägenlärm und sitzend als Zuschauer betrachten wir das Fällen eines Baumes in der Ferne. „Baum fällt“.
Überhaupt sind hier in der letzten Zeit einige Bäume gefallen. Schneisen im Wald, sowie Baumstämme und Holzreste am Wegesrand, zeugen von einem aktiven Forstbetrieb in dieser Gegend.
Wir erlauben uns eine kleine Verschnaufpause am „Ecklekopf“ und wir bekommen die furchtbare Vermutung, dass wir zuerst in das Tal herunter wandern, bevor wir uns wieder an dem gegenüber liegenden Berg hinauf quälen müssen. Unsere Vermutung bestätigt sich sehr schnell, nach der Überquerung der Hauptstrasse. Der kilometerlange Anstieg zum „Blößling“ bringt uns beide sehr ins Schwitzen. Aber es lohnt sich. Wir genießen die wunderschöne Aussicht in das „Bernauertal“.
Vom Wandern im Schwarzwalddschungel
Wir schauen uns unsere Wanderkarte an und denken, das Schlimmste für heute liegt hinter uns. Weiter geht es in Richtung „Hochkopf“. Auf einmalverengt sich der Wanderweg, Pflanzen wachsen uns über den Köpfen und wir befinden uns mitten im Naturschutzgebiet. Jetzt wäre eine Machete sehr von Nutzen. Wir wandern durch Blaubeer-, Himbeer-, und Brombeerfeldern und wir laben uns an den herrlichen Früchten. Das Angebot ist hier auch nötig, denn wir sehen kein Restaurant oder Gasthaus an unserem Weg entlang.
Abstecher Hochkopfturm und viel Umweg
Wir entscheiden uns dafür, dem Tipp aus unserer Wanderbroschüre zu folgen und machen einen Abstecher zum Hochkopfturm, der einen tollen Fernblick nach Freiburg verspricht. Enthusiastisch quälen wir uns zum Turm hinauf, doch von Freiburg in der Ferne ist keine Spur. Da uns keine Wanderschilder den Weg weisen, richten wir uns „exakt“ nach der Wegbeschreibung auf unserem Kartenmaterial. „Nach 50 Meter links…“ Wir stellen schockiert fest, dass Links total falsch war und wir etwa 7 bis 8 Kilometer zuviel gelaufen sind. Die ganze Etappe ist eh eine der anstrengenden und nun durch den Umweg, wollen unsere Füße nicht mehr. Wir kommen in einem Ortsteil von Todtmoos heraus, wandern eine Bundesstraße entlang über ein Feld und gelangen „endlich“ nach Todtmoos. Wir feiern unsere Ankunft und belohnen uns mit einem Blaubeerwein.

Ankunft im Hotel Rößle in Todtmoos
Die letzten Meter laufen wir auf dem „Zahnfleisch“, da uns die Füße nicht mehr tragen. Der Blaubeerwein entfaltet schnell seine Wirkung und angeheitert fahren wir mit dem Bus die letzten Meter in unser heutiges Gasthotel, das „Rössle“ in Todtmoos – Strick. Wir werden von der Familie Maier herzlich begrüßt und beziehen ein sehr schönes, geräumiges Zimmer mit herrlicher Terrasse.
Wir machen uns schnell frisch, um nicht das Abendessen zu verpassen. Wir entscheiden uns für das „Leichte Sommermenü“ und kommen in den Genuss, des wohl leckersten Rinderfilet im ganzen Schwarzwald. Schön saftig und innen noch etwas blutig – unserer heutigen Stimmung perfekt angemessen. Das fantastische Essen, der leckere Wein, unsere netten Tischnachbarn – die sich ebenfalls verlaufen hatten, entschädigten uns für die Qualen des Tages. Wir schlafen in dieser Nacht wie die Murmeltiere und würden gerne die Matratzen in unsere Koffer packen.